Besonderheiten Des Rohstoffhandels

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Der Handel in der Anlageklasse "Rohstoffe" ist grundsätzlich von anderen Anlageklassen, wie z.B. den Handel an den Aktienmärkten zu unterscheiden. So verläuft auch der Handel mit Rohstoffen etwas komplexer. Die Besonderheiten der jeweiligen Rohstoffkontrakte sind daher zu berücksichtigen.

Während sich der Privatanleger aktien verstehen in sein Depot buchen lassen kann, kann er sich eben nicht mit z.B. 100 Fässern Rohöl der amerikanischen Ölsorte WTI beliefern lassen wollen, nur weil er dementsprechende Kontrakte an der Warenterminbörse erworben hat. Dementsprechend bedarf es gewisser Parameter, Strukturen, Spezifitäten in den jeweiligen Kontrakten der verschiedenen Rohstoffarten.


Warum handelt man eigentlich Rohstoffe generell in Kontraktform?

Jeder gute Landwirt oder aber auch Industrielle will sich in Sicherheit wiegen, wenn es um seine Ernte geht oder um seine Produkte. Er wird seine Ware demnach gerne schon vorher, bzw. auch schon im frühen Stadium der Produktion veräußern wollen.

Hauptsächlich diese Gründe brachten die sich immer weiter entwickelnden und wachsenden Rohstoffmärkte hervor. Dadurch wuchsen die Märkte und auch die jeweiligen regionalen und überregionalen Warenterminbörsen zu riesigen Umschlagsplätzen heran.

Da man die meisten Rohstoffe nicht nur über den Spot/Kassa-Markt (Ware gegen Geld) abwickeln kann, müssen andere Handelsinstrumente greifen können - die Futures.

Im Rohstoffhandel geht es also hauptsächlich um sogenannte Warentermingeschäfte in Form von gehandelten Futureskontrakten. Das Warentermingeschäft des Landwirts z.B. kann sich dann auf ein spezielles Produkt beziehen, dass auf Termin gehandelt wird. Auf diese Weise kann der Landwirt sein Produkt im Voraus auf Termin verkaufen und sich evtl. auch gegen Preisschwankungen absichern. Umgekehrt erfreut dies auch den Einkäufer, der dann ebenso Planungssicherheit z.B. für seine Bevorratung im Hinblick auf seine zukünftigen Produktionskosten hat. Er kann sich vor Lieferengpässen schützen und überhöhte Preise vermeiden oder auch absichern (hedgen).


Wieso handelt man Rohstoffe nicht alle via zertifikate erneuern Spot-Markt?

Das Gros der Rohstoffe ist für den Anleger nicht über den Spot-Markt zu erwerben. Ausnahmen sind hier die Edelmetalle. Gold, Silber, Platin und Palladium können über den Spot-Markt gekauft und verkauft werden. Bei den meisten Rohstoffen ist der Handel jedoch nur in Futureskontrakten möglich.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten in Schweinebauchhälften investieren und auf steigende Preise spekulieren. Würde man diese Ware über den Spot-Markt erwerben, so würde Ihnen die Ware geliefert, Sie hätten hohe Transportkosten und auch hohe Lagerkosten (verderbliche Waren müssen aufwendig gekühlt werden) und Sie müssten die Ware bis zu ihrem geplanten Verkauf behalten.

Diese Form des Handels mit Rohstoffen kann also nicht von Erfolg gekrönt sein. Privatanleger werden aus diesen Gründen nicht über die Spot-Märkte Rohstoffe erwerben und verkaufen wollen. Am physischen Rohstoffmarkt sind demnach nur Produzenten, Unternehmer, Großhändler aktiv. Um Anlage- und Handelswege auszubauen, entwickelte man den Handel in Form der Futures in Kontrakten.


Was sind folglich Futures?

Per definitionem ist ein Future ein standardisierter Vertrag, der den Zeitpunkt, den Preis, die Menge und die Qualität des zu liefernden Rohstoffs bestimmt. Jeder Vertrag (Kontrakt) ist mit einer Laufzeit versehen. Nach Ablauf dieser bestimmten Laufzeit ist der Verkäufer zur Lieferung verpflichtet, der Käufer zur Abnahme. In beiden Fällen greifen die Bedingungen des jeweiligen Kontrakts.

Durch diese Gestaltungsmöglichkeiten der jeweiligen Kontrakte entwickeln sich für Anleger, Produzenten, Landwirte, Firmen usw. - kurzum für alle Beteiligten des Wirtschaftskreislaufs eine Vielzahl von Handelsmöglichkeiten.


Was passiert, wenn der Kontrakt cfd vergleich ausläuft?

Durch die Laufzeitbegrenzungen der jeweiligen Kontrakte kommt es an den Warenterminbörsen zum Zeitpunkt des Endes der Laufzeit eines Kontrakts zum Fälligkeitsereignis. Die Ware würde bei Laufzeitende fällig bzw. stünde z.B. zur etf musterdepot Lieferung an. Um dieses Ereignis zu vermeiden, wird der bald fällige Kontrakt verkauft.

Der Erlös aus diesem Verkauf dient zum Kauf des neuen Kontrakts mit längerer Laufzeit (Kontrakt mit der nächstfälligen Laufzeit je nach Kontrakt und Rohstoff verschieden). Diesen Vorgang nennt man "Rollover" bzw. "rollen". Der bald auslaufende Kontrakt wird in den nachfolgenden Kontrakt gerollt.


Wie wird gerollt? Besonderheiten des "Rollover"-Vorgangs!

Rollvorgänge (Rollovers) haben gewisse Auswirkungen auf die Preisbildung im jeweiligen Kontrakt. Je näher der nächste Kontrakt gewählt wird (zeitlich betrachtet), um so liquider wird auch der Markt für diesen Kontrakt sein. Anleger verfolgen dabei grundsätzlich die Strategie in den nächsten Future mit der möglichst kurzen Laufzeit zu wechseln (rollen). Der Rollvorgang selbst kann zwei Seiten haben. Wenn der neue Kontrakt preislich gesehen höher notiert, so ist ein Preisaufschlag mit zu entrichten. Diesen Vorgang nennt man "Contango" (Aufschlag). Notiert der Preis niedriger, so hat der Anleger weniger für den neuen Kontrakt zu entrichten. Diesen Vorgang nennt man "Backwardation" (Abschlag). Der Anleger hat folglich entweder etwaige Rollverluste oder etwaige Rollgewinne.

Eine Contango-Situation indiziert eine steigende Terminmarktkurve. Eine Backwardation-Situation hingegen indiziert demnach eine fallende Terminmarktkurve